spannen

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span|nen ['ʃpanən]:
1. <tr.; hat zwischen zwei oder mehreren Punkten so befestigen, dass es straff, glatt ist:
sie spannten ein Seil zwischen zwei Pfosten; der Maler spannt eine Leinwand auf den Rahmen.
2. <tr.; hat ein Zugtier vor einem Wagen o. Ä. festmachen:
die Pferde vor den Wagen spannen.
3. <tr.; hat etwas so dehnen, ziehen, dass es straff, glatt ist:
die Seiten einer Geige spannen; die Katze spannt ihre Muskeln zum Sprung.
Syn.: anziehen.
4. <itr.; hat zu eng sein, zu straff [über etwas] sitzen:
das Gummiband spannt; ihr Rock spannte über den Hüften.
5. <+ sich> über etwas hinwegführen:
eine Brücke spannt sich über den Fluss.
Syn.: sich erstrecken.

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spạn|nen 〈V.; hat
I 〈V. tr.〉 etwas \spannen
1. straff anziehen, straffziehen (Seil)
2. eine Spannweite haben von
● den Bogen \spannen; den Hahn, den Kameraverschluss \spannen bereit zum Abziehen, zum Auslösen machen; der Raubvogel spannt anderthalb Meter; die Muskeln \spannen; die Saiten \spannen ● eine Oktave \spannen können greifen ● jmds. Erwartungen, Hoffnungen hoch \spannen sehr reizen ● ein Zugtier an, vor den Wagen \spannen anschirren, mit dem Geschirr am W. zum Ziehen befestigen; ein Werkstück in den Schraubstock \spannen im Sch. befestigen, in den Sch. klemmen; einen Briefbogen in die Schreibmaschine \spannen
II 〈V. intr.〉
1. zu eng sein (Kleidungsstück)
2. straff werden
3. 〈umg.〉 sich als Voyeur betätigen
4. auf etwas \spannen auf etwas genau aufpassen, etwas genau beobachten
5. auf etwas od. jmdn. \spannen etwas od. jmdn. neugierig, ungeduldig erwarten
● trockene Haut spannt leicht; das Kleid, der Rock spannt ● sie spannte auf jede seiner Bewegungen; sie spannte auf jedes Wort, das er sagte
III 〈V. refl.〉
1. sich \spannen straff werden
2. sich über etwas \spannen sich über etwas wölben
● die Haut über seinen Wangenknochen spannte sich; seine Muskeln spannten sich ● über den Fluss spannt sich eine Brücke; ein strahlend blauer Himmel spannt sich über der Erde; →a. gespannt, spannend
[<mhd. spennen „spannen“ <ahd. spannan „(sich) dehnen, ziehend befestigen“ <idg. *sp(h)e- „ziehen, (sich) ausdehnen, spannen“, verwandt mit Gespenst, Spange]

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spạn|nen <sw. V.; hat [mhd. spannen, ahd. spannan = (sich) dehnen; ziehend befestigen, im Frühnhd. zusammengefallen mit dem Veranlassungswort mhd. spennen = (an)spannen, urspr. = ziehen, sich ausdehnen; vgl. Gespenst]:
1.
a) etw. so dehnen, ziehen, dass es straff, glatt ist:
die Saiten einer Geige, Gitarre s.;
den Geigenbogen s.;
das Fell einer Trommel s.;
den Bogen s.;
die Katze spannte ihre Muskeln zum Sprung;
gespanntes Gas (Technik; unter Druck stehendes Gas);
Ü seine Nerven waren zum Zerreißen gespannt;
du darfst deine Erwartungen nicht zu hoch s.;
b) spannen (1 a) u. befestigen:
eine Wäscheleine, ein Seil s.;
ein Netz s.;
eine Plane über den Wagen s.;
c) <s. + sich> straff, fest werden:
als die Pferde anzogen, spannten sich die Gurte;
seine Muskeln spannten sich;
ihr Gesicht, ihre Züge spannten sich (sie bekam einen wachsamen, konzentrierten Gesichtsausdruck);
seine Hand spannte sich (schloss sich fest) um den Stock, um den Griff seiner Waffe;
d) in etw. (z. B. einer Halterung) festklemmen, einspannen:
einen Bogen in die Schreibmaschine s.;
ein Werkstück in den Schraubstock s.;
e) (durch Betätigen einer entsprechenden Vorrichtung) bereit zum Auslösen machen:
den Hahn einer Pistole, ein Gewehr s.;
der Fotoapparat war nicht gespannt.
2. zu eng sein, zu straff [über etw.] sitzen u. dadurch eine unangenehme Empfindung verursachen:
die Jacke spannt [mir];
das Kleid spannt [unter den Armen];
Ü nach dem Sonnenbad spannte seine Haut.
3. die Gurte eines Zugtieres an einem Fuhrwerk o. Ä. befestigen:
ein Pferd an/vor den Wagen, die Ochsen vor den Pflug s.
4. <s. + sich> (geh.) sich [über etw.] erstrecken, wölben:
die Brücke spannt sich über den Fluss;
ein Regenbogen spannte sich über den Himmel.
5. (Fachspr.) eine bestimmte Spannweite haben:
der Vogel, der Schmetterling spannt 10 cm;
die Tragflächen des Flugzeugs spannen zwanzig Meter.
6. [eigtl. = mit dem gespannten Bogen lauernd auf eine Beute warten]
a) (ugs.) seine ganze Aufmerksamkeit auf jmdn., etw. richten; etw. genau verfolgen, beobachten:
auf die Vorgänge, Gespräche in der Nachbarwohnung s.;
die Katze spannt (lauert) auf die Maus;
er spannt (wartet ungeduldig) seit Jahren auf die Erbschaft;
die Lage s. (auskundschaften);
er geht nur an den FKK-Strand, um zu s. (um seinem Voyeurismus zu frönen);
b) (landsch., bes. südd., österr.) merken; einer Sache gewahr werden:
endlich hat er [es] gespannt, dass du ihn nicht leiden kannst.

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I
Spannen,
 
Sichern von Werkstücken oder Werkzeugen in bestimmten Lagen zur Bearbeitung. Wichtige Spanneinrichtungen sind z. B. Schraubstock, Schraubzwinge und Spanneisen mit T-Nutensteinen (fest stehende Werkstückträger) oder das Bohrfutter der Bohrmaschine, die Planscheibe und das Dreibackenfutter der Drehmaschine (umlaufende Werkzeug- beziehungsweise Werkstückträger). Sehr genaue, schnelle Einspannung zylindrischer Teile ist durch Spannzangen (für Außenzylinder) und Spannbuchsen (für Innenzylinder) möglich, bei denen das geschlitzte Spannelement durch seine Kegelform beziehungsweise durch einen konischen Spreizdorn zusammen- beziehungsweise auseinander gedrückt werden kann. - Bei automatischen Spannvorrichtungen werden die Kräfte meist hydraulisch oder pneumatisch erzeugt und mit Hebeln auf das Werkstück übertragen. Unterdruck-Spannvorrichtungen saugen das auf einer gelochten oder geschlitzten Auflage befindliche Werkstück an und halten es innerhalb eng tolerierter Anschläge in seiner Lage fest. Ein elektrisches Spannzeug ist z. B. die Magnetspannplatte, auf der kleinere Werkstücke magnetisch fest gehalten werden.
II
Spannen,
 
Funktion in einem Backup-Programm, mit der das Magnetband des Streamers nachgespannt werden kann.

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spạn|nen <sw. V.; hat [mhd. spannen, ahd. spannan = (sich) dehnen; ziehend befestigen, im Frühnhd. zusammengefallen mit dem Veranlassungswort mhd. spennen = (an)spannen, urspr. = ziehen, sich ausdehnen; vgl. ↑Gespenst; 6: eigtl. = mit dem gespannten Bogen lauernd auf eine Beute warten]: 1. a) etw. so dehnen, ziehen, dass es straff, glatt ist: die Saiten einer Geige, Gitarre s.; das Fell einer Trommel s.; den Geigenbogen (die Haare des Geigenbogens) s.; den Bogen (die Sehne des Bogens) s.; die Rechte behielt ich oben, denn damit spannte ich ja den Zügel des Braunen (H. Kolb, Wilzenbach 9); Gardinen s. (mithilfe eines Rahmens in die gewünschte Form ziehen); die Katze spannte ihre Muskeln zum Sprung; gespanntes Gas (Technik; unter Druck stehendes Gas); Ü seine Nerven waren zum Zerreißen gespannt; du darfst deine Erwartungen nicht zu hoch s.; damit würde der begriffliche Rahmen sehr weit gespannt (Fraenkel, Staat 35); er will nun ... die Grenzen seiner Macht unablässig dehnen und s. (St. Zweig, Fouché 144); b) spannen (1 a) u. befestigen: eine Wäscheleine, ein Seil s.; ein Netz s.; eine Plane über den Wagen s.; Ü wie die Brücke, die ein großer Baumeister ... über einen Strom spannt (Thieß, Legende 208); Die Sonne spannte breite Lichtbänder zwischen die Stämme (Geissler, Wunschhütlein 35); der Himmel spannt lächelnd sein blaues Dach über Fluss, Dom, Brücke (Bamm, Weltlaterne 21); c) <s. + sich> straff, fest werden: als die Pferde anzogen, spannten sich die Gurte; ihre schweren, ewig vibrierenden Schenkel, über denen die Röcke sich spannen (Langgässer, Siegel 250); seine Muskeln spannten sich; sein Gesicht, seine Züge spannten sich (er bekam einen wachsamen, konzentrierten Gesichtsausdruck); seine Hand spannte sich (schloss sich fest) um den Stock, um den Griff seiner Waffe; d) in etw. (z. B. einer Halterung) festklemmen, einspannen: einen Bogen in die Schreibmaschine s.; ein Werkstück in den Schraubstock s.; e) (durch Betätigen einer entsprechenden Vorrichtung) bereit zum Auslösen machen: den Hahn einer Pistole, ein Gewehr s.; der Fotoapparat war nicht gespannt. 2. zu eng sein, zu straff [über etw.] sitzen u. dadurch eine unangenehme Empfindung verursachen: die Jacke spannt [mir]; das Kleid spannt [unter den Armen]; Ü nach dem Sonnenbad spannte meine Haut. 3. die Gurte eines Zugtieres an einem Fuhrwerk o. Ä. befestigen: ein Pferd an/vor den Wagen, die Ochsen vor den Pflug s.; Ü ... habe er alles Volk ohne Ausnahme in die Fron gespannt (Th. Mann, Joseph 740). 4. <s. + sich> (geh.) sich [über etw.] erstrecken, wölben: die Brücke spannt sich über den Fluss; In weitem Bogen spannen sich die Gewölbe und Gurte (Bild. Kunst III, 22); ein Regenbogen spannte sich über den Himmel. 5. (Fachspr.) eine bestimmte Spannweite haben: der Vogel, der Schmetterling spannt 10 cm; die Tragflächen des Flugzeugs spannen zwanzig Meter; das Geweih spannt über einen Meter. 6. a) (ugs.) seine ganze Aufmerksamkeit auf jmdn., etw. richten; etw. genau verfolgen, beobachten: auf die Vorgänge, Gespräche in der Nachbarwohnung s.; die Katze spannt (lauert) auf die Maus; er spannt (wartet ungeduldig) seit Jahren auf die Erbschaft; Er spannte auf eine Gelegenheit, mit Zweiling ins Gespräch zu kommen (Apitz, Wölfe 165); die Lage s. (auskundschaften); sie vergewisserte sich erst, dass im Treppenhaus niemand spannte (aufpasste, lauschte); er geht nur an den FKK-Strand, um zu s. (um seinem Voyeurismus zu frönen); b) (landsch., bes. südd., österr.) merken; einer Sache gewahr werden: endlich hat er [es] gespannt, dass du ihn nicht leiden kannst; das darf dem P. T. Publikum, soweit es das Malheur nicht selber spannt, um Gottes Willen nicht ausgeplauscht werden (Brod, Annerl 123).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • spannen — Vsw (früher Vst.) std. (9. Jh.), mhd. spannen, ahd. spannan, as. spannan Stammwort. Aus g. * spann a Vst. spannen , auch in ae. spannan; anord. nur in Ableitungen wie spo̧nn Spanne . Außergermanisch vergleicht sich lit. spęsti spannen, Fallen… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • spannen — V. (Grundstufe) etw., so ziehen bis es straff ist Synonym: anspannen Beispiel: Seine Muskeln haben sich gespannt. Kollokation: den Bogen spannen spannen V. (Aufbaustufe) zu eng sein und deshalb Unbequemlichkeiten verursachen Synonym: stramm… …   Extremes Deutsch

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